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19 | 05 | 2019
Lehrergewerkschaft fordert 500 zusätzliche Stellen PDF Druckbutton anzeigen?
Brandenburgs Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Einstellung von mindestens 500 neuen Pädagogen zum neuen Schuljahr gefordert. "Wir müssen heute die Lehrer an uns binden, die wir in zwei bis drei Jahren nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt bekommen", sagte der Vorsitzende Günther Fuchs. "Ansonsten droht uns bald ein massiver Mangel. "Als "skandalös und politisch völlig inakzeptabel" bezeichnete es Fuchs, dass zum nächsten Schuljahr lediglich 180 neue Lehrerstellen geschaffen werden sollen und zudem davon bislang nur 120 vergeben sind. "Die Landesregierung gibt die übrigen Stellen aus fiskalischen Gründen nicht frei, dabei haben wir ausreichend Absolventen." Die noch freien Stellen müssten zeitnah besetzt werden, um diesen jungen Kollegen eine berufliche Perspektive zu geben. Aktuell gibt es laut Fuchs 250 bis 300 Pädagogen, die ihr Referendariat in Brandenburg frisch abgeschlossen haben. Auch mit Blick auf den Altersschnitt der Lehrerschaft seien mehr Einstellungen nötig. Derzeit sind die rund 22 000 Lehrer in Brandenburg im Schnitt 48,3 Jahre alt. "500 zusätzliche Kräfte pro Schuljahr würden gerade ausreichen, diesen Schnitt zu halten." Mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst appellierte der GEW-Chef, mehr Lehrer an den Universitäten auszubilden und die Arbeitsbedingungen an den Schulen zu verbessern. "Wir müssen attraktiver auch für Bewerber aus anderen Bundesländern werden." Dazu zähle eine Herabsetzung der Pflichtstunden, um mehr Zeit zur Vorbereitung hochwertigen Unterrichts zu bekommen. Auch kleinere Klassen würden die Bedingungen deutlich verbessern. Mit Blick auf das Wahlversprechen der SPD, in der nächsten Legislaturperiode 1250 zusätzliche Lehrkräfte einzustellen, sagte Fuchs: "Um das zu schaffen, muss Ministerpräsident Matthias Platzeck endlich anfangen."