Startseite
19 | 05 | 2019
Streit um neue Lehrerstellen PDF Druckbutton anzeigen?
Der Umfang von Neueinstellungen an brandenburgischen Schulen sorgt weiter für Streit. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, dass mindestens 500 zusätzliche Pädagogen zum neuen Schuljahr eingestellt werden. Dies weist das Bildungsministerium als "absolut illusorisch" zurück.
"Wir müssen heute die Lehrer an uns binden, die wir in zwei bis drei Jahren nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt bekommen", sagte der GEW-Landeschef Günther Fuchs. Ansonsten drohe bald ein "massiver Mangel". Derzeit sind die rund 22 000 Lehrer in Brandenburg im Schnitt 48,3 Jahre alt. "Junge Kollegen gehen jetzt schon weg aus Brandenburg." Nach den Plänen des Bildungsministeriums sollen ab September 180 Vollzeitstellen geschaffen werden, aber erst 120 wurden besetzt. Diese Zahl von Einstellungen bezeichnet der GEW-Landeschef als "skandalös und politisch völlig inakzeptabel". Nach Zeitungs-Informationen haben sich Potsdamer Referendare mit einem Brief an Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) gewandt und eine berufliche Perspektive im Land gefordert. Das Bildungsministerium will das Schreiben nicht bestätigen, verweist jedoch auf den Personalüberhang vor allem in Süd- und Ostbrandenburg. "Ein Lehrermangel ist noch nicht da", so Sprecher Stephan Breiding. Große Lücken erwartet das Ministerium ab 2014, wenn jährlich über 500 Lehrer in Rente gehen. Derzeit gebe es nur am Berliner Rand größeren Bedarf. Gesucht würden vor allem Lehrer für Naturwissenschaften, Sprachen und Musik. Die Zahl der Neueinstellungen gerät seit Wochen zum politischen Schlagabtausch. Die SPD hatte jüngst in ihrem Programm für die Landtagswahl 1250 neue Lehrer gefordert, die CDU gar 1500. Nach Angaben des Finanzministeriums würden 500 neue Stellen jährlich 25 Millionen Euro kosten. Am Landesinstitut für Lehrerbildung schließen jährlich rund 250 Referendare mit dem zweiten Staatsexamen ab. "Der überwiegende Teil will hierbleiben und hofft auf Stellen", sagt der Abteilungsleiter Hans-Jörg Lacher. Andere bewerben sich nun in Berlin, Hamburg und Niedersachsen.