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22 | 07 | 2019
Kommunale Arbeitgeber und Gewerkschaften erzielen Einigung PDF Druckbutton anzeigen?
Erst die achte Verhandlungsrunde brachte den Durchbruch: Kommunale Arbeitgeber und Gewerkschaften einigten sich gestern auf einen Kompromiss im immer wieder von Streiks begleiteten Tarifkonflikt in den kommunalen Kindertagesstätten. Wie der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle, sagte, erhalten die Beschäftigten im Durchschnitt 120 Euro mehr im Monat. Bundesweit kostet der Tarifabschluss Städte und Gemeinden laut Böhle jährlich 500 bis 700 Millionen Euro. Zudem wurde ein besserer Gesundheitsschutz für die rund 220 000 Beschäftigten in kommunalen Kindergärten und Sozialeinrichtungen vereinbart. In Brandenburg gibt es 741 Kitas in kommunaler Trägerschaft. Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft Verdi, sprach von einen Schritt nach vorn, „der hätte weiträumiger ausfallen können.“ Eine Konferenz von Verdi-Streikleitern hatte dem Tarifabschluss, der zum 1. November in Kraft treten soll, erst nach kontroverser Debatte zugestimmt. Der Chef des kommunalen Arbeitgeberverbandes Brandenburgs, Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), zeigte sich zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis. Er forderte Land und Bund auf, sich an den Kosten des Tarifabschlusses zu beteiligen und durch Senkung der Gruppenstärken in den Kitas die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen zu verbessern. Auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Günther Fuchs, nannte die Einigung einen „vertretbaren Kompromiss“, durch den der Beruf der Erzieherin endlich wieder mehr gesellschaftliche Wertschätzung erfahre.