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22 | 07 | 2019
26.12.2011 MOZ: Heiligabend in der Leitstelle PDF Druckbutton anzeigen?

Eberswalde (MOZ) Während in den meisten Familien Kaffee getrunken wird, vielleicht auch die ersten Geschenke ausgepackt werden, haben drei Männer und eine Frau in der Integrierten Regionalleitstelle NordOst Dienst. Und der verläuft gar nicht so ruhig an diesem Heiligabend.

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24.12.2011, Integrierte Regionalleitstelle Nordost, Eberswalde: Landtagsabgeordnete Margitta Mächtig (Linke) und Frank Zittlaz, Mitarbeiter der Leitstelle © MOZ/Sabine Rakitin

Es ist 15.50 Uhr, als der Anruf in der Leitstelle eingeht. Die Kulturscheune in Golzow brennt! Ines Richter, die an diesem Nachmittag für die Notrufe aus dem Barnim zuständig ist, fragt ruhig und versiert ab, was sie wissen muss, um entsprechende Einsatzkräfte zu alarmieren. Sie schickt die freiwilligen Feuerwehren aus Golzow, Britz, Sandkrug, Senftenhütte und Serwest an den Ereignisort. Kurz nach 16 Uhr rückt auch die Eberswalder Berufsfeuerwehr zur Verstärkung aus. Ein Rettungswagen ist ebenfalls auf dem Weg in das kleine Dorf. Zwar sollen sich in der brennenden Scheune keine Menschen befinden, doch die Feuerwehrleute arbeiten unter Atemschutzmasken. Zu ihrer Sicherheit muss ein Rettungswagen vor Ort sein, erklärt Ines Richter.

Auf ihrem Monitor sieht die 40-Jährige, welche Einsatzwagen nach Golzow unterwegs sind. Ein Löschzug nach dem anderen meldet bei ihr per Funk seine Ankunft in Golzow. Zwölf Feuerwehrfahrzeuge und 55 Männer und Frauen versuchen, die ausgebaute Scheune mit drei Ferienwohnungen zu retten. Doch das Unterfangen ist sinnlos. Der gesamte Dachstuhl steht in Flammen. Die Feuerwehrleute können nicht mehr viel tun als zu verhindern, dass sich der Brand auf andere Gebäude ausdehnt. Allein das dauert Stunden.

Gegen 18 Uhr sind zumindest die Flammen versiegt. Dicker Rauch quillt aus der Ruine, die unter anderem der mittelaterlichen Musikgruppe "Spilwut" als Domizil für ihre Requisiten diente. Es ist alles verbrannt. Auf 150000 Euro schätzt der Eigentümer der Kulturscheune den Schaden.

Zur Ursache des Brandes kann nur spekuliert werden. Kürzlich seien Solarmodule auf dem Dach montiert worden sein. Nachbarn sagen, genau dort habe es zuerst gebrannt. Doch die Feuerwehrleute sind skeptisch. Die Flammen könnten auch aus dem Inneren des Gebäudes nach außen gedrückt worden sein, heißt es. Brandermittler der Kriminalpolizei nehmen die Ermittlungen auf.

In der Leitstelle in Eberswalde werden Ines Richter und ihre Kollegen auf dem Laufenden gehalten. Lagedienst-Chef Michael Schulz setzt eine Meldung über den Brand in Golzow an das Innenministerium ab. Zwar ist keine Gefahr im Verzug wie beispielsweise bei dem Deponiebrand in Bernau vor einigen Jahren, doch ein besonderes Ereignis ist die in Flammen stehende Scheune allemal.