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25 | 08 | 2019
Grüne wollen wieder in den Landtag PDF Druckbutton anzeigen?

Um endlich einen großen Schritt voranzukommen, besinnen sich die Brandenburger Grünen wieder auf ihre Wurzeln. Im Gegensatz zu früher wollen sie die Wähler vor den Landtagswahlen im September in erster Linie mit ihrem eigentlichen Kernthema Ökologie überzeugen. „Wir können nicht alles abdecken“, räumte Spitzenkandidat Axel Vogel bei der Präsentation der Wahlkampfstrategie gestern selbstkritisch ein.

Seit 1994 ist die Partei nicht im Landesparlament vertreten. 2004 erreichte sie nur 3,6 Prozent Stimmenanteil. Bis zum Jahr 2020 soll Brandenburg nach Ansicht der Grünen mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen als im gesamten Land verbraucht wird. Damit würde nicht nur die Natur geschützt, sondern auch viele Arbeitsplätze geschaffen. „Aus der Krise hilft nur Grün“, lautet das Motto im Wahlkampf. „Beim Thema Ökologie überlassen uns unsere Konkurrenten dankenswerterweise das Feld“, sagte Axel Vogel. Die große Energiewende könnten die Grünen freilich nur in der Regierung schaffen. Als mögliche Koalitionspartner „schließen wir von den demokratischen Parteien keine aus“, erklärte Spitzenkandidatin Marie Luise von Halem. Vogel ergänzte: „Der Ball liegt im Spielfeld der SPD“, ohne die es seiner Meinung nach keine Mehrheit geben wird. Beflügelt vom Ergebnis der Europawahlen, als die Grünen stark zulegten, rechnen die Politiker fest damit, in das nächste Landesparlament einzuziehen. Mehr noch. Als Ziel gab der Spitzenkandidat einen Stimmenanteil von 8,4 Prozent aus. „Das ist eine realistische Einschätzung unseres Potenzials“, meinte er. Auf Umfragen, wonach die Partei seit Monaten bei rund fünf Prozent stagniert, wollte Vogel nichts geben. Weitere Themen für die Grünen sind die Bildung sowie die direkte Volksbeteiligung. Sie fordern ebenfalls eine Senkung des Kita-Betreuungsschlüssels und mehr Lehrer. Im Gegensatz zur rot-schwarzen Koalition plädieren die Grünen für die Einführung von Gemeinschaftsschulen – wenn auch auf freiwilliger Basis, inklusive einer stärkeren Förderung lernschwacher Kinder. Wie die Pläne alle finanziert werden sollen, erklärten sie nicht konkret. Nur so viel: Genügend Geld sei jedenfalls vorhanden.