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25 | 08 | 2019
Bombodrom: Kritik an Grünen-Vorstoß PDF Druckbutton anzeigen?
Kaum ist das Tauziehen mit der Bundeswehr gewonnen, entzweit die Frage nach der künftigen Nutzung der Kyritz-Ruppiner-Heide die einstigen Kampfgefährten. Hintergrund ist der Vorschlag der grünen Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm, noch vor der Bundes- und Landtagswahl am 27. September an einem Runden Tisch über eine Nachnutzung des rund 14 000 Hektar großen Gebiets im Norden Brandenburgs zu diskutieren. Kritik erntet Behm für ihre Initiative nicht nur bei Bundestagsabgeordneten anderer Parteien, auch Vertreter der beiden großen Bürgerinitiativen „Freie Heide“ und „Freier Himmel“ werfen der grünen Politikerin eigenmächtiges Handeln und wahlkampfstrategische Motive vor. Bei Benedikt Schirge, Sprecher der brandenburgischen Initiative „Freie Heide“, stößt vor allem der von Behm angekündigte Termin für den Runden Tisch auf Unverständnis. Wie die Bundestagsabgeordnete am Freitag mitteilte, sei das Treffen für den 24. August geplant, Vertreter der „Freien Heide“ und von betroffenen Gemeinden hätten ihr Kommen bereits zugesagt. „Wir haben über einen möglichen Runden Tisch gesprochen, ein Termin wurde aber nicht vereinbart“, sagte Schirge auf Nachfrage. Für ein Treffen noch vor den Wahlen bestünde zudem gar kein Anlass. „Wir sollten nichts überstürzen“, meinte Schirge weiter. Die brandenburgische Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (LINKE), deren Wahlkreis die Prignitz und das Ruppiner Land sind, warnte Behm gestern vor einer Spaltung der Bombodrom-Gegner. „Die friedliche Zukunft der Kyritz-Ruppiner Heide ist durch ein breites demokratisches Bündnis erstritten worden.“ Dieses Bündnis und der Sieg seien zu wertvoll als dass sie durch Wahlkampfaktionismus gefährdet werden dürften.