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24 | 10 | 2017
Abzug aus Afghanistan schützt Soldaten vor Traumata PDF Druckbutton anzeigen?

„Dass die Zahl traumatisierter Soldaten zunimmt, ist eine unausweichliche Folge der Bundeswehr-Kampfeinsätze; dass ihre angemessene Behandlung unterbleibt ist Folge der Realitätsverdrängung des Verteidigungsministeriums“, kommentiert Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE,

die weiter steigende Zahl von Bundeswehrangehörigen, die am Posttraumatischen Stresssyndrom (PTBS) erkrankt sind und die unzureichende Betreuung und Behandlung der  betroffenen Soldaten. Schäfer erklärt weiter: „Noch immer leugnet der Verteidigungsminister, dass die Bundeswehr in Afghanistan im Krieg steht. Sein Wolkenkuckucksheim des Stabilisierungseinsatzes kommt ohne unverhältnismäßige
Gewaltanwendung, ohne zivile Opfer und ohne übermäßige psychische Belastung der eigenen Truppe aus – und folglich auch weitgehend ohne angemessene Vorsorgemaßnahmen. Im Licht dieser Naivität werfen der absehbare Anstieg des Gewaltniveaus in Afghanistan und die ebenso absehbare Bitte der Verbündeten um mehr Truppen düstere Schatten voraus.
Die Fraktion DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, sich zu ihrer Verantwortung für die bereits traumatisierten Soldaten zu bekennen und angemessene Betreuung und Unterstützung zu gewährleisten. Weitere Soldaten sind so weit wie möglich vor traumatisierenden Erlebnissen zu schützen. Der sinnvollste Weg dazu ist der unverzügliche Abzug aus Afghanistan.“

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 24. September 2009 um 14:50 Uhr