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16 | 07 | 2019
Streit um Schwächen des Schulsystems spitzen sich zu PDF Druckbutton anzeigen?
Im Land Brandenburg spitzt sich nach Ansicht der Lausitzer Rundschau der Streit um Schwächen des Schulsystems zu. Links-Opposition und Wirtschaft verschärfen in ungewohnter Einigkeit ihre Kritik an der Landesregierung. Bildungsexpertin Gerrit Große (LINKE) warf Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) gestern vor, durch Aktionismus und „Chaos“ im Umgang mit den Lehrern permanent für Unruhe an Schulen zu sorgen – wie zu Zeiten seines deshalb 2004 abservierten Vorgängers Steffen Reiche. Auslöser der Debatte ist eine aktuelle Länderstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft, nach der Brandenburgs Bildungssystem sich in den letzten Jahren zwar spürbar verbessert hat, aber das Land dennoch nur auf Platz 14 im Bundesvergleich liegt – vor Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Spitzenreiter ist Sachsen. Der Grund: Andere Bundesländer verbessern ihre Bildungssysteme schneller als Brandenburg. Lediglich bei der Chancengleichheit, also der Unabhängigkeit der Bildungswege von der sozialen Herkunft der Eltern, ist Brandenburg spitze. Besondere Defizite sehen Studie, Links-Opposition und Wirtschaft in der beruflichen Bildung, wo viele Auszubildende ihre Lehre vorzeitig abbrechen. „Die berufliche Bildung bleibt das Manko im brandenburgischen Bildungswesen“, heißt es in der Studie. Mit nur 75,6 Prozent schließen hier bundesweit die wenigsten Jugendlichen ihre Berufsausbildung erfolgreich ab (Bundesdurchschnitt 85,7 Prozent).