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16 | 07 | 2019
Das große Schulsterben in Brandenburg ist vorbei PDF Druckbutton anzeigen?
Weitere Schulschließungen sind in Brandenburg nach Einschätzung des Bildungsministerium nicht zu befürchten. „Keiner Grundschule droht im nächsten Schuljahr das Aus, für einige weiterführende Schulen wird es eng, die Lage ist aber nicht aussichtslos“, sagte Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) gestern. „Die Zeit des massenhaften Schulsterbens ist definitiv vorbei.“ Stabile Einschulungszahlen lassen hoffen, dass alle 448 verbliebenen Grundschulen überleben. Auch in der Sekundarstufe I steigen die Schülerzahlen wieder an. Im kommenden Schuljahr werden knapp 17 000 Schüler die 7. Klassen besuchen, 2000 mehr als derzeit. Mittelfristig wird sich die Schülerzahl auf etwa 19 000 stabilisieren, so dass die meisten Schulen die Mindestschülerzahlen erreichen dürften. „Eine Garantie gibt es jedoch nicht“, machte Rupprecht deutlich. Keine Entwarnung gibt es für die gymnasialen Oberstufen. Dort erlebt Brandenburg laut Rupprecht „die schwierigsten Jahre nach der Wende“. So wird die Zahl der Schüler in der Jahrgangsstufe 11 von 15 000 im Schuljahr 2006/07 auf rund 6500 im Schuljahr 2010/11 sinken. Durch eine Senkung der Mindestanmeldezahlen sollen bedrohte Gesamtschulen und Berufliche Gymnasien erhalten werden. Starre Regelungen müssten in Ausnahmefällen gelockert werden, forderte gestern CDU-Fraktionschef Thomas Lunacek. Insgesamt, so Rupprecht, sei das Ende des Schulsterbens auch einer „vorausschauenden Bildungspolitik“ zu verdanken. „Die Bildungspolitik hat dazu beigetragen, dass das Schulsterben überhaupt erst stattgefunden hat“, sagte hingegen der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs. Die Absenkung der Mindestzahlen komme viel zu spät, kritisierte die Bildungsexpertin der oppositionellen Linksfraktion, Gerrit Große. Rupprechts Optimismus dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass bereits viel zu viele Standorte aufgegeben worden seien, betonte auch die Landesvorsitzende der Grünen, Franziska Keller.