Startseite In der Presse 22.08.2015 Plattdeutsch in der Pflege
18 | 08 | 2017
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Märkische Allgemeine: Arbeitsbesuch von Gesundheitsministerin Diana Golze im Wittstocker KMG-Klinikum
Über die Bedeutung des Plattdeutschen in der Pflegepraxis informierte sich Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) in der KMGKlinik Wittstock. Hinrich Enderlein, Vorsitzender des "Vereins für Niederdeutsch in Brandenburg", hatte eingeladen.
Heinrich Siefer von der katholischen Akademie Stapelfeld aus Niedersachsen nennt in seinem Impulsreferat Beispiele zu den Möglichkeiten der Ansprache im Plattdeutschen, insbesondere für ältere Patienten in der Pflegepraxis. Heinrich Siefer ist Mitglied des Bundesrates für Niederdeutsch.
Bei Demenzkranken bleibt die Ansprache von Patienten in ihrer zuallererst erlernten Muttersprache ein wichtiges Hilfsmittel, da die Muttersprache oft das "letzte Buch in der kopfinternen Sprachbibliothek ist, das noch aus dem Regal geholt werden kann".
Diana Golze wollte wissen, wie zu Pflegende ebenso in der Pflege Beschäftigte von der Nutzung der niederdeutschen Sprache profitieren können und was die mPolitik in Bund und Land dazu beitragen kann, um das Potenzial zu erschließen.
Vom Niederdeutsch begeisterte Akteure in der Pflege, der Seniorenbetreuung, in der Politik und Verwaltung berichteten über ihre Erfahrungen und Erwartungen.
Der Genesungsprozess und die Lebensqualität von Patienten können durch Ansprache in der Muttersprache Niederdeutsch verbessert werden. Und weil das gelingt, ist dies auch ein Weg zu mehr Zufriedenheit bei den Betreuenden.
Oder noch viel mehr: die damit verbundene Wertschätzung kann sogar die Attraktivität des Pflegeberufs erhöhen, wie eine Auszubildende berichtete.
Damit ist Niederdeutsch als Regionalsprache nicht nur Tradition und Brauchtum, sondern eine neu zu entdeckende Kompetenz für den Alltag. Das KMG Klinikum hat diese "Heilwirkung" erkannt und möchte es nutzen. Laut Bürgermeister Jörg Gehrmann könne damit Wittstock zum Schrittmacher dieser wichtigen Entwicklung werden.
Ministerin Golze möchte die Anregungen und Ideen in die Diskussionen zur Brandenburger Pflegeoffensive einbringen, die gerade geplant wird. Golze wird prüfen, wie die Finanzierung eines Wörterbuchs für Pflegende realisiert werden kann. Auch die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Die Linke) und Landtagsmitglieder Ina Muhs (SPD) und Margitta Mächtig (Die Linke) sagten Unterstützung zu. Das letzte Wort hatte Ministerin Golze: "Dat is a goode idee und dat mogen wir."
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Märkische Allgemeine
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. August 2015 um 07:40 Uhr