Startseite Aus meinem Tagebuch Tag 2 der diesjährigen Sprechstunde…
22 | 08 | 2017
Tag 2 der diesjährigen Sprechstunde… PDF Druckbutton anzeigen?
… führte uns nach Neuruppin. Zunächst ging es zum Landrat, Herrn Reinhardt, wir hatten uns zu einem Gespräch in diesem Sommer verabredet, um über die Entwicklung des Landkreises zu reden. Und da gab es viel zu reden. Wir sprachen über die Vorbereitungen des Fontanejahres und der Landesgartenschau 2019, über Radwegesicherung und die Herausforderungen der Verwaltungsstrukturreform.

Getroffen haben wir uns nicht im repräsentativen Sitz des Landrates, sondern in einem barrierefrei zugängigen Raum im Zweitgebäude und hier im "Einbürgerungsraum". So unterhielten wir uns unter den Augen Frank-Walter Sternmeiers, was mich irgendwie erinnerte :-)


Gerade die Strukturreform sorgt natürlich auch im Nord-Osten unseres Landes für Diskussionsbedarf. Dies in erster Linie natürlich in den Verwaltungen der Landkreise, den kommunalen Unternehmen, den Wirtschafts- und Sportverbänden und Sparkassen.

Schade nur, dass es scheint, als wäre nur eine Frage entscheidend für die Region: Wo wird die künftige Kreisstadt sein. Ich finde dies sehr schade, da ich es für viel wichtiger halte, dass sich die Landräte, ihre Verwaltungen und vor allem die Personalräte doch eigentlich Gedanken darüber machen sollten, wie es mit der geplanten Verwaltungsreform künftig besser gelingen kann, die notwendigen Aufgaben zu erfüllen. Da gehört eine Personal- und Qualifikationsanalyse doch genauso dazu, wie die mögliche und sicherlich auch notwendige Neustrukturierung der Dezernate, Fach- und Sachbereiche bis hin zur örtlichen Ansiedlung einzelner Fachbereiche.
Notwendig wäre ja auch darüber zu reden, wie künftig die Bürgerservicestellen in den Gemeinden organisiert und finanziert werden können, um den Bürgern, neben den wachsenden Internetangeboten, wohnortnahe Verwaltungsdienstleistungen zu sichern. Aber auch die künftige Organisation der Busverkehre in den geplanten Kreisen muss geplant werden, auch müssen durch einen priorisierten Straßen- und Wegebau die Verbindungen innerhalb der künftigen Landkreise besser und damit schneller werden.
Und natürlich muss darüber nachgedacht werden, wie die finanzielle Unterstützung der Stadt aussehen muss, die den Kreisstadtsitz verliert und deren Entwicklung dennoch gesichert werden soll. Dass ein Verwaltungssitz allein die Entwicklung einer Stadt nicht nachhaltig befördern kann, hat die Vergangenheit bewiesen. Deshalb muss es für die Zukunft Entwicklungskonzepte und Finanzunterstützung für all jene Kommunen geben, die sich in ihrer Entwicklung neu orientieren müssen.
Natürlich kann man auch auf die Verhinderung der Strukturreform hoffen und warten. Aber hilfreich erscheint mir dies nicht. Besser ist es immer, einen Prozess aktiv mitzugestalten als auf „Weisungen von oben“ zu warten.
Nun die kommenden Wochen werden zeigen, wie konstruktiv die Verantwortlichen diesen Prozess ohne lokale Egoismen und immer mit dem Blick für die Region bewältigen, besser gestalten.

Nach diesem sehr interessanten Gespräch beim OPR-Landrat ging es zum „Lebensräume“ e.V., einer Einrichtung, die kreisübergreifend in Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin in der Behindertenarbeit tätig ist.

Hier traf ich mich zu einem interessanten Gespräch mit der Geschäftsführerin, Frau Harlos:


Dieser Verein entstand Anfang der 1990er Jahre und sicherte so die Fortsetzung der Arbeit von Bereichen der Bezirksnervenklinik Neuruppin. 1998 entschieden die Vereine „Lebensräume“ und „Aufbruch“ die „LEBENSRÄUME gGmbH“ zu gründen. Sie widmen sich der sozialen und beruflichen Integration von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Es gelang ihnen ein wunderschönes Areal in Neuruppin zu pachten, welches eine landwirtschaftliche Betätigung der Bewohner ermöglicht.
Wie bereits in anderen Einrichtungen sprachen wir auch hier über die vielen offenen Fragen, die das neue Bundesteilhabegesetz für die Vereine- insbesondere bei der künftigen Finanzierung ihrer Arbeit- bedeuten und mussten feststellen, dass hierzu die Antworten fehlen. Wir haben verabredet, diese offenen Fragen der Vereine zusammenzutragen und die Bundestagsfraktion zu bitten, eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung zu stellen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. August 2017 um 17:49 Uhr