Startseite Aus meinem Tagebuch 17.8.2017 - Dieser Tag zwingt zur Erinnerung an Lothar Bisky, auch beim SufH
21 | 10 | 2017
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Er wäre heute 76 Jahre alt geworden. Weder die PDS noch die neue LINKE wäre ohne ihn denkbar gewesen. Alle die ihn kannten schätzten ihn, seine Ruhe, seine Weitsicht und seinen Mut, eine neue Gesellschaft und eine neue LINKE zu denken und an ihrer Formung mtzuwirken. Natürlich ging es trotzdem wieder auf Barnims Straßen. Heute nach Klosterfelde, Wandlitz, Basdorf und Schönwalde.
In Klosterfelde konfrontierte uns eine Bürgerin mit ihrer Auffassung, dass es doch ungerecht sei, dass man so viel Geld für die Flüchtlinge und den BER ausgäbe und es den Menschen immer schlechter geht. Insbesondere ärgert sie sich darüber, dass die Beamten sich nicht an der Finanzierung dieser Aufgaben beteiligen und ihre Rente nicht mitfinanzieren, wie es jeder normale Arbeitsnehmer tue.
Mir schwirrte im Kopf rum, dass wir gerade am Abend zuvor im Bauausschuss meiner Stadt erleben konnten, wie viele junge Leute und auch im mittleren Alter sich niederlassen und Häuser bauen.
Als mein Kollege Ralf Christoffers ihr erklärte, wie die Finanzierung des BER erfolgt, merkten wir, dass etwas passierte, was wir immer wieder feststellen. Die Erklärungen der tatsächlichen Gegebenheiten interessieren nicht. Es war ihr schier egal, was Ralf sagte, ihre Meinung stand fest.
Das macht es heute vielen Verantwortlichen und Wissenden um die Prozesse so schwer, Vorurteile und verfestigte Meinungen zu korrigieren. Denn sie sind gar nicht bereit, sich mit Fakten auseinanderzusetzen, die diesen Vorurteilen und Meinungen widersprechen oder ins Wanken bringen könnten.
Das ist eine schwierige gesellschaftliche Situation, die das gesellschaftliche Zusammenleben gefährden kann und ich denke, bereits gefährdet.
Wir sprachen auch über Windräder, die hier sehr nahe an der Bebauungskante des Ortes stehen und in diesem Zusammenhang eben auch über die Verantwortung der Bodeneigentümer, die ihr Land an die Windunternehmen verkaufen, ohne über die Konsequenzen für viele nachzudenken.


In Wandlitz trafen wir auf jahrzehntelange Wegbegleiter und sprachen mit ihnen über
die aktuellen Probleme in der Gemeinde. Insbesondere ging es um die genehmigten und ungenehmigten Baumfällungen in der Gemeinde. Auch die mangelnde Waldpflege war ein Thema.
Wir diskutierten über Sinn und Unsinn der Plakatwerbung zu Wahlen und wie diese das Gemeindebild "verschandeln". Wir waren uns einig, dass nur der generelle Verzicht auf Plakatwerbung Material und Geld sparen und Stadtbilder nicht stören würden. Dies ist aber eine Illussion.
Ein wichtiges Thema war hier auch die Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt, insbesondere die Zeit- und Leiharbeit, die immer mehr in Unternehmen um sich greift gefördert nicht nur den Fachkräftemangel in den Unternehmen, sondern ermöglicht vielen vor allen jungen Mensch eben keine persönliche Planung, wo sie was ihr lebenlang machen können. Viele verlassen ihre Heimat in der Hoffnung im Westen der Republik oder noch weiter weg einen dauerhaften Arbeitsplatz zu finden.
Das beunruhigt natürlich Eltern und Großeltern, denn es trennt Familien, die sich sonst umeinander kümmern könnten.



In Basdorf waren wir das erste mal in den 17 Jahren unserer Sprechstunde ohne Gäste. Aber so sind Sprechstunden. Sie sind ein Angebot an die Bürgerinnen und Bürger, kein Pflichtprogramm. Und so richtig traurig waren wir beide nicht darüber, hatten wir doch beide Arbeit in unseren Taschen und verlegten so das Büro auf den Markt in Basdorf und später nach Schönwalde an die Kirche.
Dort erhielten wir dann doch noch Besuch von einem Berliner, der nur mal sagen wollte, wie toll er das findet, dass wir diese Sprechstunden machen und so sichtbar sind.
Mit wohlwollenden Worten verabschiedete er sich.









Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. August 2017 um 22:58 Uhr