Startseite In der Presse 11.12.2017 Schützenhilfe für Familien
14 | 11 | 2018
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Bernau/Eberswalde (MOZ) Vier Barnimer Oberschulen erhalten seit 2015 besondere Schützenhilfe vom Landkreis. In einem Pilotprojekt bis Ende dieses Jahres sollten individuelle Bedarfe erkannt und ein bildungsunterstützendes Verfahren entwickelt werden.

Abschließend wurden die Ergebnisse bewertet, um das Projekt weitere Jahre fortzuführen. Dazu wurden Profilbögen ausgewertet, Schulleitungen, Eltern und Schüler befragt. Wie die linke Kreistagsabgeordnete Margitta Mächtig im jüngsten Kreistag sagte, könne von einem Erfolg gesprochen werden. Sie warb darum, weitere 2,9 Millionen Euro bis 2022 für das Konzept der bildungsunterstützenden Leistungen zu geben und es auf alle öffentlichen Schulen im Leindkreis auszuweiten. "Wir haben lange nach einem Weg gesucht - für den Einzelnen und die Familien", betonte Mächtig. 74 Schüler seien inzwischen begleitet worden und hätten im Durchschnitt deutlich bessere Abschlüsse erzielt, so die Abgeordnete.

Nur drei Schüler, heißt es im Bericht an den Kreistag, hätten die Lernförderung abgebrochen. An den Schulen mit Pilotprojekt hätten alle Jugendlichen einen Abschluss erreicht. 48 Prozent konnten sogar die gymnasiale Berechtigung erlangen.

Die Förderung fällt nach der Auswertung sehr individuell aus. Neben einer nötigen Wiederholung von Klassen stehen Coachings und Nachhilfe auf dem Programm. Auch Leistungen Dritter wurden in Anspruch genommen. Die Schüler, die teilnehmen konnten und oftmals aus schwierigen Familienverbünden kommen, erhielten außerdem feste Ansprechpartner. Dieser Schülercoach konnte zudem als Mittler zu Lehrkräften und Eltern fungieren, heißt es.

Kritisch merkte Othmar Nickel, Mitglied der CDU-Fraktion und Schulleiter aus Bernau, an, dass 2,9 Millionen Euro viel Geld seien, "wo wir nicht wissen, was wir erreichen". Er empfahl, nicht erst 2022, sondern schon 2019 noch einmal auf das Projekt zu schauen und Ergebnisse zu evaluieren. "Dann können wir entscheiden, ob wir weitermachen", sagte der Lehrer. Landrat Bodo Ihrke betonte, dass sich die Hälfte aller Betroffenen verbessert hätte. "Wir sollten die Zielrichtung behalten", so Ihrke.

Die Mehrheit des Kreistages stimmte dem Antrag, 2019 noch einmal zu prüfen, wie sich die bildungsunterstützenden Leistung auf die betreffenden Mädchen und Jungen ausgewirkt haben, zu. Zunächst einmal soll das Konzept nun auf zehn Schulen im Barnim ausgeweitet werden, ab 2018/2019 sogar auf 15 Einrichtungen. Dazu schließt der Kreis Barnim mit den Schulträgern und Bildungseinrichtungen Vereinbarungen ab. Die regeln, welcher Bedarf besteht, was konkret getan wird und auch die Auswertung des Vorhabens.

Dazu soll auch eine Abstimmung mit weiteren Leistungserbringern erfolgen, zum Beispiel dem Land Brandenburg oder verschiedenen Stiftungen sowie Berufseinstiegsbegleitern der Arbeitsagenturen. Der Schulträger ist mit durchschnittlich 20 Prozent an den geplanten Hilfen für die einzelnen Kinder beteiligt. Über die Bildungsinitiative Barnim soll eine Gesamtsteuerung erfolgen. Eine entsprechende Stelle, heißt es in dem Beschluss, sei dafür vorzuhalten.

Bisher wurden 1201 Schüler aus Werneuchen, Schwanebeck, an der Sellheim-Oberschule Eberswalde und Rollberg-Schule Bernau in die Analyse einbezogen. Für 245 Mädchen und Jungen wurde ein Förderungsbedarf ermittelt.