Startseite Aus meinem Tagebuch 28.06.2018 der zweite Plenumtag geht bald zu Ende
21 | 11 | 2018
28.06.2018 der zweite Plenumtag geht bald zu Ende PDF Druckbutton anzeigen?

Wieder Landtagssitzung und wer diese Sitzungen verfolgen muss, kann oder will, wird wohl meinen Schmerz nachempfinden können. Manch einer meint ja immer noch, "dass sich endlich was ändern wird, wenn man - nach AfD- Jargon- die Altparteien abgewählt hat. Und ja, dieses Land würde sich ändern, da bin ich ohne Zweifel.


Einerseits höre und sehe ich im Saal, mit welchen nicht nur rechtlichen, sondern auch sachlichen Argumenten die AfD agiert. (In aller Regel nur im Landtag, denn immer wieder beklagen die Kollegen der Fachausschüsse, dass die Kollegen der AfD an der Fach- und Sacharbeit in den Ausschüssen bedauerlicherweise nicht oder kaum teilnehmen und so auch keine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihnen möglich ist.)

Anderseits sehe ich, wie sie sich und ihr Auftreten im Internet präsentieren.
Und jedes Mal denke ich, wir sind in unterschiedlichen Beratungen.


Abgesehen davon, dass wir leider immer wieder erleben, dass Anträge der AfD völlig unabhängig vom tatsächlichen Leben und bereits Beschlossenem eingebracht werden, abgesehen davon, dass man sich häufig die Frage stellt, ob der Redner/die Rednerin die Rede zuvor wenigstens einmal gelesen hat und unabhängig vom Thema gelingt es der AfD bei 95 Prozent aller Beiträge mehr oder weniger die Flüchtlinge und die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung für ein von ihnen definiertes Chaos in der Gesellschaft verantwortlich zu machen.

 

Interessant auch das Demokratieverständnis der Mitglieder der AfD-Fraktion, die regelmäßig ignorieren welche Aufgaben das Land, die Landkreise und die Kommunen haben und dadurch häufig die Arbeit der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker vor Ort ignorieren. Konnte man dies noch vor drei Jahren bei den "Neueinsteigern" des Parlaments entschuldigen, ist es heute nur noch peinlich.

Es wäre auch alles nicht dramatisch, wenn aus diesem Nicht- und Halbwissen der abendlichen Stammtische nicht das Gefühl vermittelt werden würde, man täte etwas für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bürgerinnen und Bürger. Das ist die politische Lebenslüge der AfD.

Und viele, zu viele sind bereit dieser zu glauben. Glauben!, weil erleben können sie es nicht.

Auch wenn ich am Ende dieser Legislaturperiode dieses Parlament verlasse, so bleibt mir nur zu hoffen, dass keine Kraft in unserem Land die Mehrheit erringt, die Ausgrenzung, Intoleranz, Nichtachtung Andersdenkender praktiziert und zugleich diesen es vorwirft; die, statt die realen Entwicklungen mit ihren Erfolgen und Misserfolgen wahrzunehmen und daraus notwendige Aufgaben zu Entwicklungen abzuleiten zur Schwarzmalerei und Angstmacherei greift, in der Hoffnung, dass die Menschen dann zu ihnen schauen und frei nach dem Motto „die AfD wird`s richten“ ihnen blind hinterherlaufen.

Denn dann wäre dieses Land tatsächliche ein anderes Land.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 02. Juli 2018 um 09:20 Uhr