Startseite In der Presse „Er hat immer gekämpft“
20 | 08 | 2018
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Er war der dienstälteste Generalstaatsanwalt Deutschlands und entschiedener Kämpfer gegen Rechtsextremismus. Im Alter von 65 Jahren ist Erardo Rautenberg gestorben. Über Parteigrenzen hinweg zeigen sich Wegbegleiter bestürzt.

Die Trauer über den Tod von Erardo Rautenberg ist groß – über die Parteigrenzen hinaus.

 

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident: „Brandenburg verliert mit Erardo Rautenberg einen leidenschaftlichen Juristen, aufrechten Demokraten und kämpferischen, kritischen Geist. Mehr als 20 Jahre stand er an der Spitze der Generalstaatsanwaltschaft Brandenburgs und war damit Dienstältester seiner Zunft in Deutschland. Zweifellos war sein Beruf für ihn Berufung. Er füllte das Amt in vorbildlicher Weise – über Parteigrenzen hinweg geschätzt – aus. Besonders in Erinnerung bleiben wird sein großes Engagement für das demokratische Gemeinwesen sowie gegen Intoleranz und Rechtsextremismus. Dabei mischte er sich aktiv in politische Auseinandersetzungen ein. Seine Stimme fand in der Fachwelt wie in der Gesellschaft Gehör. Brandenburg wird Erardo Rautenberg nicht vergessen.“

Steeven Bretz, CDU-Generalsekretär: „Mit großem Bedauern haben wir die traurige Nachricht vom Tode Erardo Rautenbergs vernommen. In mehr als zwei Jahrzehnten als Generalstaatsanwalt hat sich Rautenberg einen Namen weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus gemacht. Besonders sein leidenschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus wird unvergessen bleiben. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seinen Angehörigen, denen wir in diesen schweren Stunden Kraft und Gottes Segen wünschen.“

Margitta Mächtig, rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Wir haben Herrn Erardo Cristoforo Rautenberg als aufrechten Demokraten und verantwortungsvollen Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg erleben dürfen und bedauern seinen frühen Tod. Herr Rautenberg war ein parteiübergreifend anerkannter Jurist, der sich energisch und leidenschaftlich gegen das Erstarken des Rechtsextremismus einsetzte. Der demokratischen Entwicklung der Brandenburger Justiz galt seine geschätzte Aufmerksamkeit.“

Ursula Nonnemacher, Fraktionschefin der Grünen: „Das Land Brandenburg hat Erardo Rautenberg viel zu verdanken: Er hat die Aufbaujahre des jungen Bundeslandes mitgeprägt und sich hier um die Rechtspflege und die politische Kultur sehr verdient gemacht. Hier ist insbesondere Erardo Rautenbergs engagiertes Vorgehen gegen den Rechtsextremismus im Land hervorzuheben, an dem er trotz Drohungen gegen seine Person festhielt. Wir werden Erardo Rautenberg als engagierten Demokraten in Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren".

Dietlind Tiemann, CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Oberbürgermeisterin Bandenburg/Havel: „Mit ihm verliert das Land Brandenburg einen der profiliertesten und engagiertesten Verfechter der Prinzipien von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit. Auch wenn wir im Bundestagswahlkampf für unterschiedliche politische Positionen angetreten sind, so verband uns doch stets gegenseitiger persönlicher Respekt und Achtung. Sein Wirken wird fortleben in der Inspiration für bürgerschaftliches Engagement, mit welcher er viele Herzen und Köpfe erreicht hat. Meine Gedanken sind bei der Familie und allen Angehörigen, denen ich in dieser schweren Zeit viel Kraft und Zusammenhalt wünsche.“

Eric Stohn, SPD-Generalsekretär: „Professor Dr. Erardo C. Rautenberg hat immer gekämpft: Für Gerechtigkeit, gegen Verbrecher, insbesondere gegen Nazis und zum Schluss vor allem gegen den Krebs. Den Kampf gegen diese Krankheit, die ihn so überraschend ausgebremst hat, verlor er heute Morgen leider. Wir verlieren mit ihm einen aufrechten Demokraten, der nie weggeguckt hat. Selbst wenn es unbequem wurde und andere schon zurückgeschreckt hätten, hat er sich unbeirrt weiter eingebracht. EEin Verteidiger des Rechtsstaates im besten Sinne. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Katrin Rautenberg, seiner Familie und Angehörigen, seinen Weggefährten und Freunden.“

Mike Bischoff, SPD-Fraktionschef: „Mit Erardo Rautenberg verliert Brandenburg einen großen Wegbegleiter unseres noch jungen Bundeslandes. Er verstand seine Rolle als Generalstaatsanwalt immer auch als erster Verteidiger der Demokratie. Sein engagierter Kampf gegen den Rechtsextremismus war erfolgreich und für viele Menschen eine Inspiration. Das Land Brandenburg ist Erardo Rautenberg zu tiefem Dank verpflichtet.

Von Torsten Gellner

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 01. August 2018 um 13:03 Uhr