Startseite Aus meinem Tagebuch 12.04.2019 eine Woche
16 | 06 | 2019
12.04.2019 eine Woche PDF Druckbutton anzeigen?

Wieder ist eine Landtagswoche vorbei. Viele Eindrücke während der Sitzungen, der Gespräche mit den Besuchergruppen, Parlamentarischen Abenden und auch den Nachtgesprächen mit meinen Kolleginnen und Kollegen der Fraktion, die dies alles verarbeiten lassen. Hier also mal ein großen Dankeschön an sie. (Ich hoffe sie lesen es, denn man braucht Gleichgesinnte um manches verarbeiten zu können.)

Und wie so oft fuhr ich mit einem ambivalenten Gefühl nach Hause.

Endlich haben wir im Landtag gemeinsam die Gefahr des Insektensterbens erkannt und Maßnahmen beschlossen. Natürlich mache ich mir keine Illusionen und weiß, es wird auf jeden Einzelnen von uns ankommen, ob wir dieses Aussterben verlangsamen oder gar verhindern können. Es hängt davon ab, ob wir bereit sind, den Bienen und anderen Insekten ihren Lebensraum zurückzugeben. Dafür kann jede/r von uns etwas tun. Der Rasen in unseren Gärten muss nicht immer auf einen Zentimeter getrimmt werden. Die Felder verlieren nicht an Wert wenn wir ihnen einen Wildwiesenstreifen gönnen und das Wichtigste, hören wir endlich auf tödliche Pestizide einzusetzen. Das alles ist möglich, wir müssen es nur wollen.

Wichtig ist mir aber auch die Entscheidung, aktiv gegen die Wiederkehr einst ausgerotteter Krankheiten vorzugehen. Nein, ich habe kein Verständnis für die Impfverweigerer. Wegen ihnen haben wir es heute wieder mit Krankheiten zu tun, die wir vor 30 Jahren erfolgreich bekämpft hatten und als erfolgreich bekämpft erlebten.

Nein, ich habe kein Verständnis für Eltern, die nicht nur ihre Kinder, sondern auch die Kinder anderer Eltern in Gefahr bringen, weil sie meinen, die Erfolge medizinischer Forschung und Erfahrung misstrauen zu können.

Interessant haben die Gesprächsrunden mit Schülerinnen und Schülern aus dem Barnim. Selbst mich überraschte, dass Frau Schade von der AfD erklärte, dass sie nach dieser Wahlperiode mit ihrer Familie nach Südafrika auswandern wird. Also jemand, der Ausländer aus politischen Gründen kompromisslos ablehnt, macht sich freiwillig zum Ausländer in einem Land, in dem Ausländer „normal“ sind. Indianer nannten dies „gespaltene Zunge“.

Zum Parlamentarischen Abend traf ich unter anderem unsere Leiterin der Regionalen Planungsstelle Claudia Henze und es war ein angenehmes Gespräch, indem wir uns nahe fühlten i der Verantwortung auch nach der Kommunalwahlen verantwortungsbewusste Mitstreiter in die Regionalversammlung zu wählen, die die lokalen und regionalen Interessen mit den gesellschaftlichen Erfordernissen in Einklang bringen können.

Und doch, am wichtigsten sind mir die Gespräche am Abend mit meinen Kolleginnen und Kollegen, mit denen wir nicht nur den eben erlebten Tag noch einmal gemeinsam auswerten, sondern auch über Ziele, Chancen, Möglichkeiten, Erfolge und Misserfolge reden und im Moment gemeinsam traurig sind, dass es uns nicht gelingt, die politische Ziele der LINKEN zu den Menschen zu bringen.

Und dann erinnere ich mich an den Auftritt des Kabarettisten Piespers https://www.youtube.com/watch?v=n4huqg-8Vn8.