Nauen: Verdacht auf Brandstiftung bestätigt Druckbutton anzeigen?
Mittwoch, den 26. August 2015 um 16:56 Uhr

Schröter: „Es war ein Anschlag“ - Rund 30 Polizisten mit Ermittlungen befasst

Potsdam - Im Fall der in der Nacht zum gestrigen Montag niedergebrannten Sporthalle in Nauen (Landkreis Havelland) hat sich der Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung jetzt bestätigt. Das teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter heute in Potsdam mit. „Die Polizei konnte vor Ort Spuren von Brandbeschleuniger feststellen. Auch der heutige Einsatz eines Brandmittelspürhundes bestätigte diesen Befund. Danach kann ein technischer Defekt als Ursache ausgeschlossen werden. Es handelt sich um einen gezielten Anschlag“, sagte Schröter. Die Polizei konnte im Rahmen ihrer Ermittlungen auch weiteres Beweismaterial vor Ort sichern, das eindeutig auf Brandstiftung hindeutet. Zur Art dieses Beweismaterials machte Schröter heute aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben. Es handele sich um „Täterwissen“. Die Arbeit der Polizei am Tatort selbst konnte heute abgeschlossen und das Gelände wieder dem Landkreis übergeben werden. Derzeit werden von der Polizei weitere Ermittlungen im Umfeld des Tatortes durchgeführt. Auch Videomaterial steht zur Auswertung zur Verfügung. Zu Einzelheiten des konkreten Ermittlungsstandes wollten sich Polizei und Innenministerium heute nicht äußern. „Die Polizei muss nun in Ruhe ihre Arbeit machen können. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, versicherte Schröter. Ein konkreter Tatverdacht gegen eine bestimmte Person liegt derzeit nicht vor. Rund 30 Beamte der Polizei sind mit den intensiven Ermittlungen zur Aufklärung dieser besonders schweren Straftat befasst. „Es handelt sich den schwersten Anschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Brandenburg seit über 20 Jahren“, sagte Schröter. Im Jahr 1992 war ein bezugsfertiges Asylbewerberheim in Dolgenbrodt (Landkreis Dahme-Spreewald) vorsätzlich in Brand gesteckt und zerstört worden. „Wir werden alles daran setzen, den oder die Täter zu finden und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Über Asylpolitik kann man diskutieren. Über Brandstiftung nicht! Die gestrige Mahnwache in Nauen zeigt, dass die feigen Täter in der Gesellschaft isoliert sind. Es ist von großer Bedeutung, dass die Zivilgesellschaft in unserem Land jetzt die richtigen Signale aussendet. Wir lassen uns das Ansehen unseres weltoffenen und toleranten Landes Brandenburg nicht von rechten Hetzern und Kriminellen kaputtmachen.“