20.02.2015 Minister verteidigt Polizeieinsatz Druckbutton anzeigen?
Feuerwehr rief Polizei Silvester zum Mittendrin / Ermittlungen gegen 14-Jährige und Unbekannt dauern an
Von Daniel Dzienian
Neuruppin (Ruppiner Anzeiger) Der Polizeieinsatz in der Silvesternacht vor dem alternativen Jugendwohnprojekt Mittendrin in Neuruppin hat mittlerweile den Potsdamer Landtag beschäftigt.
Die Abgeordneten Andrea Johlige und Margitta Mächtig (Die Linke) wollten von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in einer kleinen Anfrage wissen, was zum Einsatz mit "zum Teil vermummten Polizeibeamten" in der Neujahrsnacht führte. Neben normalen Streifenbeamten waren auch Angehörige der Bereitschaftspolizei vor dem Mittendrin in der August-Bebel-Straße
erschienen, nachdem sich Anwohner gegen Mitternacht über Ruhestörung beschwert hatten. Bei dem Einsatz wurden Polizeibeamte mit Böllern beworfen.
Ein 14-jähriges Mädchen wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Eine weitere Person, die Böller geworfen haben soll, flüchtete ins Haus des Vereins.
Wie Schröter mitteilte, hatten nicht etwa Anwohner, sondern die rund 50 Meter entfernt gelegene Neuruppiner Feuerwehr die Polizei alarmiert. 40 Personen, die dem Mittendrin zugeordnet werden konnten, hatten die Straßenkreuzung blockiert. Die Feiernden hatten eine Musikanlage dabeigehabt, von der "eine erhebliche Lärmbelästigung für die Allgemeinheit" ausgegangen sei. Zudem hielten sich Personen auf dem Hausdach aus.
Die eingesetzten Polizisten "des Wachund Wechseldienstes trugen der Witterung angepasste Dienstkleidung", teilte Schröter weiter mit. "Hinweise zur ,Vermummung' einzelner Beamter liegen hier nicht vor." Das 14-jährige Mädchen wurde "für kurze Dauer mit den Händen an einem Zaun fixiert". Beteiligt waren insgesamt 16 Beamte. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, ließen die Beamten davon ab, dem Werfer ins Haus zu folgen.
Die Polizei ermittelt derweil weiter gegen die 14-Jährige sowie gegen Unbekannt. In dem Fall hält Sprecherin Dörte Röhrs die Chancen, ein Verfahren eröffnen zu können, aber für gering. Gegen den Mittendrin-Verein oder deren Vorsitzenden Oliver Leonhardt will die Polizei aktuell nicht vorgehen.